Möbel
Als elementare Bestandteile einer Wohnungseinrichtung sind Möbel unverzichtbar. Sie sind stumme Diener, welche dabei helfen, die täglichen Abläufe des Alltags zu gestalten. Die Frage, ob Wohnen ohne Möbel denn überhaupt möglich wäre, ist rein theoretischer Natur. Vielmehr ist das „Wie“ entscheidend. Wie richtet man sich ein? Es gab einmal Zeiten, da stapelte man Holzkisten, in denen normalerweise Orangen verpackt werden und benutzte sie als Schrank oder Regal. Nicht aus Geldnot wich man auf diese Form der Möblierung aus, sondern es galt bei bestimmten Personenkreisen als Ausdruck eines alternativen Lebensstils. Genauso wie auch bunt angestrichene Gartenmöbel in der Wohnung als Sitzgruppen verwendet wurden. Diese Stilrichtung hatte jedoch nicht lange Bestand und wurde alsbald von anderen Wertvorstellungen verdrängt. Schließlich ist ein Schlafsofa halt nun mal bequemer als ein Klappstuhl und Couchtische optisch ansprechender als Holzkisten. Wer wollte das bestreiten?
Eine andere Tendenz beim Wohnen ging dahin, Möbel anzuschaffen, welche selbst transportiert und montiert werden mussten. Die Grundidee ist jedoch eher logistischer Natur. Der Hersteller ist nämlich aufgrund von Massenfertigung und platzoptimierter Lagerung in der Lage, die Kostenvorteile an die Endverbraucher weiterzugeben. Zahlreiche Bestandteile dieser „Möbel von der Stange“ bestehen nicht aus massivem Holz, sondern aus gepressten Spänen, welche mit Furnieren in Holzoptik versehen werden. Zwar schont das den Geldbeutel, doch spätestens nach ein bis zwei Umzügen wird man die Freude daran verlieren.
Ein andere Richtung beim zeitgenössischen Wohnen sind Designermöbel. Hierüber scheiden sich jedoch oft die Geister. Bei manchen Sesseln oder Stühlen muss sich der eine oder andere dreimal überlegen, wie er sich überhaupt auf sie setzen soll.
Nicht anders sieht das bei Antiquitäten aus. Wird der empfindliche Biedermeierstuhl tagtäglich benutzt, verschleißt der empfindliche Stoffbezug oft sehr schnell. Daher wird er oft auch nur als Dekoration angeschafft.
Auf alle Fälle ist die Wahl der Möbel eine Gratwanderung zwischen ästhetischen Vorlieben und funktionellen Anforderungen. Die besten Beispiele dafür liefern Büromöbel oder auch Kücheneinrichtungen. Guter Geschmack ist aber nicht nur eine Frage des Geldes. Es gibt Leute, die sich mit einem kleinen Budget äußerst stilsicher einrichten. Sie verwenden mehr Zeit für die Suche einzelner Möbelstücke, indem sie unter anderem auch Brockenhäusern aufsuchen. Dort kann man nämlich immer wieder das eine oder andere Schnäppchen machen. Alle anderen die über wenig Zeit, dafür aber über mehr Geld verfügen tendieren ohnehin zum Innenarchitekten.
